Gemeinde Hüllhorst

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Landschaftsplan der Gemeinde Hüllhorst

Am 14.12.2016 hat der Rat der Gemeinde Hüllhorst die Beantragung zur Aufstellung eines Landschaftsplanes beschlossen. Momentan gilt für den Bereich der Gemeinde Hüllhorst noch die Verordnung zum Schutz von Landschaftsteilen im Landkreis Lübbecke aus dem Jahre 1965. Gegenwärtig sind landesweit 239 von 373 in NRW aufzustellenden Landschaftsplänen in Kraft getreten. Die Karte dazu kann unter folgenden Link aufgerufen werden: http://lp.naturschutzinformationen.nrw.de/lp/de/karten Im Kreis Minden-Lübbecke sind fünf Landschaftspläne rechtskräftig, der sechste befindet sich in Aufstellung.

Die Landschaftspläne sind auf der Internetseite des Kreises Minden-Lübbecke http://www.minden-luebbecke.de/Service/Umwelt/Natur-und-Landschaft/index.php?La=1&NavID=1891.102&object=tx,1891.2053.1&kat=&kuo=1&sub=0
einsehbar.

Landschaftsplan

Die Grundsätze und wesentlichen Inhalte eines Landschaftsplanes sind im Landesnaturschutzgesetz Nordrhein-Westfalen (LNatSchG NRW) geregelt. Träger der Landschaftsplanung sind gemäß § 7 LNatSchG NRW die Kreise und kreisfreien Städte. Für die Gemeinde Hüllhorst ist somit der Kreis Minden-Lübbecke Träger der Landschaftsplanung. Der Landschaftsplan als Fachplan des Naturschutzes gilt ausschließlich für den baulichen Außenbereich und besteht aus einem Karten- und einem Textteil. Der Kartenteil stellt die Entwicklungsziele dar und setzt die Schutzgebiete und Schutzobjekte fest. Der Textteil formuliert konkrete Festsetzungen mit den dazugehörenden Erläuterungen.

Mit Schutzgebiete und –objekte sind
- Naturschutzgebiete,
- Landschaftsschutzgebiete,
- Naturdenkmäler und
- geschützte Landschaftsbestandteile
gemeint.

Naturschutzgebiete (NSG) sind wichtige Lebensräume für seltene Tier-und Pflanzenarten. Im Gemeindegebiet gibt es derzeit das NSG „Benkhöfer Bruch“ mit einer Größe von ca. 9,2 ha. Die Karte des NSG „Benkhöfer Bruch“ kann hier abgerufen werden: 

https://geoportal.minden-luebbecke.de/atlasfx/js/index.html?mapId=2#basemap=0&scale=200000¢erX=485819.1804522759¢erY=5801900.107043549&layerIds=12.268.151.326

Landschaftsschutzgebiete (LSG) haben das Ziel den Charakter der Landschaft zu erhalten und zu entwickeln. Da die LSG zum weitaus größten Teil landwirtschaftliche Flächen beinhalten, dienen sie auch dem Schutz dieser Flächen vor den Eingriffen Dritter. Die landwirtschaftliche Nutzung wird in LSG nicht eingeschränkt.

Folgende Bauvorhaben sind beispielsweise in Landschaftsschutzgebieten weiterhin zulässig:
- Landwirtschaftliche Bauvorhaben (§ 35 Abs. 1 und 2 BauGB)
- Gewerbliche Stallungen und damit verbundene Nebenanlagen im räumlich und funktionalen
  Zusammenhang mit einer landwirtschaftlichen Hofstelle ( § 35 Abs. 1 Nr. 4 BauGB)
- Umnutzungsvorhaben (§ 35 Abs. 4 BauGB)
- Ersatzwohnhäuser ( § 35 Abs. 4 BauGB)
- Wohnhauserweiterungen ( § 35 Abs. 4 BauGB)


Geschützte Landschaftsbestandteile (LB) sind z. B. Obstwiesen, Hecken, Feuchtgebiete und kleine Waldfächen und werden vor allem zur Belebung, Gliederung oder Pflege des Orts- und Landschaftsbildes als Schutzobjekte mit bestimmten Verboten ausgewiesen.


Naturdenkmäler (ND) sind Einzelschöpfungen der Natur (z. B. sehr alte, markante Bäume). Die Karten der ND im Gemeindegebiet finden Sie hier: https://geoportal.minden-luebbecke.de/atlasfx/js/index.html?mapId=2#basemap=0&scale=85000¢erX=479712.90245771763¢erY=5792193.617076378&layerIds=12.292.151.326

Welche Vorteile bietet der Landschaftsplan?
Neben einer nachhaltigen Entwicklungskonzeption und der Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen und –ressourcen für den Menschen, liefert der Landschaftsplan die wesentlichen Grundlagen für die nach dem Baugesetzbuch zu berücksichtigten Belange
- Schutz und Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen
- Erholung
- Gestaltung des Landschaftsbildes sowie
- Naturschutz und Landschaftspflege.
Der Landschaftsplan zeigt die Bereiche auf, in denen die Realisierung von Planungen der Gemeinde mit geringen Konflikten (und damit auch geringen Kosten) möglich wäre, und auch Bereiche, in denen mit wesentlichen Konflikten (und entsprechenden Kosten und Problemen der Realisierung) zu rechnen wäre. Der Landschaftsplan bietet der Gemeinde Hilfen zur Vermeidung von Beeinträchtigungen und zur Planung von Lage, Art und Umfang von Flächen und Maßnahmen zum Ausgleich. In den Festsetzungs- und Entwicklungskarten des Landschaftsplanes werden die für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen grundsätzlich geeigneten Flächen dargestellt. Diese bilden zugleich Gebietskulisse für ein Ausgleichsmanagement. Planung und Realisierung von Ausgleichsmaßnahmen werden dadurch wesentlich vereinfacht und Genehmigungs- und Bauleitplanverfahren beschleunigt.
Durch das neue Schutzgebietssystem und dabei vor allem der Neuabgrenzung der Landschaftsschutzgebiete im Landschaftsplan entfallen die bisherigen aufwändigen Aufhebungsverfahren aus dem Landschaftsschutz im Rahmen der Bauleitplanung bzw. einer Bebauung im Außenbereich.


Beteiligungsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger
Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bei der Aufstellung eines Landschaftsplanes ist wichtig für seinen Erfolg. Es besteht im Laufe des Verfahrens mehrfach die Gelegenheit, sich über die Planungen zu informieren und sich daran zu beteiligen.
Die Bürgerinnen und Bürger werden im Verfahrensablauf frühzeitig beteiligt und über die Ziele und Grundsätze der Landschaftsplanung sowie die voraussichtlichen Auswirkungen der Planung unterrichtet. Hierbei haben sie die Möglichkeit, sich konkret über ihre Betroffenheit zu informieren und Vorschläge zu einzelnen Festsetzungen des Landschaftsplanes zu machen.
Im Rahmen der öffentlichen Auslegung, nach Überarbeitung des Planentwurfs, werden die Bürgerinnen und Bürger erneut beteiligt. Hierbei hat nochmals jeder die Möglichkeit, Bedenken, und Anregungen vorzubringen. Diese Einwendungen werden geprüft und anschließend dem Kreistag zur Entscheidung vorgelegt. Zusätzlich ist es jederzeit möglich, die Untere Landschaftsbehörde anzusprechen.

Während der gesamten Planungsphase haben die Bürgerinnen und Bürger also mehrfach die Möglichkeit der Beteiligung.

Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten im Landschaftsplanverfahren in NRW [PDF: 317 KB]


Weitere Informationen zum Landschaftsplan sind in der Broschüre des zuständigen Ministeriums „Der Landschaftsplan in Nordrhein-Westfalen“ aufgeführt. Die Broschüre ist unter folgendem Link abrufbar:
https://www.umwelt.nrw.de/extern/epaper/2014/landschaftsplan_nrw/#/1/
Die Broschüre liegt außerdem auch im Rathaus der Gemeinde Hüllhorst aus.