Gemeinde Hüllhorst

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Historisches zur Gemeinde Hüllhorst

                  Wappen                 

Gemeindewappen

Nach dem Zusammenschluss der zum Amt Hüllhorst gehörigen Gemeinden (1973) zur Gemeinde Hüllhorst wurde das Amtswappen von 1938 übernommen. Die früheren amtsangehörigen Gemeinden führten kein eigenes Wappen. Der obere Teil des Wappens ist in Erinnerung an die ehemals im nördlichen Teil des Gemeindegebietes gelegene und seit dem 13. Jahrhundert (erstmals 1221 genannt) vorhandene landesherrliche Burg Reineberg, die im 18. Jahrhundert abgebrochen wurde, dargestellt. Der untere Teil wird ausgefüllt von dem Wappen der ausgestorbenen Familie von Schloen genannt Tribbe, die seit dem 14. Jahrhundert auf dem Gut Husen in Hüllhorst ansässig und begütert war. Um 1364 hatte ein Thieleke von Schloen das Amt Reineberg (den Rechtsvorgänger des Amtes Hüllhorst) inne, um 1525 war ein von Schloen Droste der Burg Reineberg. Aus diesen Gründen ist dieses Gemeindewappen so gewählt worden, auch wurden die Farben aus dem Schloen`schen Wappen übernommen.

 

Gemeindelogo Ilex-Logo

Für die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde Hüllhorst wurde im Jahre 1993 auf der Grundlage eines Ideenwettbewerbs ein Werbesymbol entwickelt, das sogenannte Ilex-Blatt mit drei Beeren. Dieses Werbesymbol resultiert aus der optisch-grafischen Umsetzung des Wortes „Hüllhorst”; historisch: Stechpalme/Hülsdorn/Ilex = Hülsdornhügel = Hüllhorst.
Dieses Werbe- und Identifikationssymbol steht neben der Gemeinde allen Verbänden, Vereinen, Firmen, Institutionen und Privatpersonen zur Verfügung. Im Zusammenhang mit dem Logo steht der Slogan „Hüllhorst – Leben in guter Atmosphäre”, der jedoch entsprechend der werblichen Aussage auch in anderen Variationsmöglichkeiten, z.B. „Hüllhorst – Sport in guter Atmosphäre” oder „Hüllhorst – arbeiten in guter Atmosphäre” möglich ist.

 


Historische Entwicklung und Geschichte

Die meisten Ortschaften unserer Gemeinde Hüllhorst wurden im 11. und 12. Jahrhundert erstmalig urkundlich erwähnt, ihre Entstehung reicht jedoch viel weiter zurück. In chronologischer Reihenfolge ergibt sich folgende Auflistung der bis zum Jahre 1973 selbstständigen Gemeinden:

urkundlich datiert sind für das Jahr

1042: Büttendorf
1151: Tengern
1221: Reineberg
1244: Schnathorst
1250: Bröderhausen
1260: Holsen
1266: Huchzen
1290: Ahlsen
1290: Hüllhorst
Anfang des 17. Jahrhunderts: Oberbauerschaft
Diese Bauernschaft bestand aus 6 Siedlungen, deren Existenz viel früher belegt ist:

Beendorf (1121),
Wordinghausen (1251),
Niedringhausen (1315),
Alingdorf (1393),
Kniendorf (1427),
Büschenfelde (Mitte des 16. Jahrhunderts).


Die grundherrschaftlichen Eigentums-, Rechts- und Wirtschaftsverhältnisse sind in einem Urbarium (Grundstücksverzeichnis) des alten Amtes Reineberg von 1646 erfasst, in dem die Höfe und Stätten innerhalb des damaligen Amtes Reineberg aufgeführt sind.


Südwestlich von Hüllhorst - in Husen - lag im Lusbachtal früher das Rittergut der Familie von Schloen, gen. Tribbe. Später dürfte dieses Rittergut parzelliert und in einzelne Bauernhöfe aufgeteilt worden sein. Für die Kirche in Hüllhorst hat das Geschlecht der „von Schloen“  aufgrund von nicht datierten spätmittelalterlichen Landschenkungen zur Stiftung der Hüllhorster Pfarrhofes und damit zur Gründung der Hüllhorster Pfarre große Bedeutung gehabt.

Amelung von Schloen hat der Kirche in Hüllhorst im Jahre 1622 einen Abendmahlskelch geschenkt, der noch heute beim Abendmahl genutzt wir. Eine im Hüllhorster Messbuch von 1479 überlieferte und auf das Jahr 1302 datierte Landstiftung an eine Hüllhorster Kapelle belegt, dass die Hüllhorsterinnen und Hüllhorster schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts "vor Ort" seelsorgerisch betreut wurden. 1302 ist das frühete Datum zur Geschichte der Kirchengemeinde Hüllhorst.

Das Flächengebiet der heutigen Gemeinde Hüllhorst war ehedem in Bauernschaften gegliedert, die wiederum Vogteien bildeten. So bestand die Vogtei Schnathorst neben Schnathorst selbst aus den Bauernschaften Holsen, Tengern, Ahlsen und Hüllhorst. Es hat später sogar ein „Amt Schnathorst“ gegeben. Daneben waren Oberbauerschaft und Büttendorf der Vogtei Quernheim angegliedert, während wiederum Bröderhausen gar nicht zum Amt Reineberg, sondern zur Vogtei Gohfeld im Amt Hausberge gehörte. Huchzen war Tengern angeschlossen und wurde im übrigen erst 1909 selbstständige Gemeinde. Die Kirchengemeinde Schnathorst datiert sich auf das Jahr 1425 zurück. Der letzte Neubau der Schnathorster Kirche wurde im Jahre 1901 begonnen und ein Jahr später fertiggestellt, so dass 2002 das 100-jährige Jubiläum gefeiert werden konnte.
Eine historische Tatsache wird leider oft vergessen und ist doch gerade im zusammenwachsenden Europa von heute von besonderem Interesse: Die Einwohner der Gemeinde Hüllhorst waren in ihrer Zugehörigkeit zum Königreich Westfalen unter dem König Jerome (1807 - 1813) für eine kurze Zeit französische Staatsbürger.


Von Bedeutung war für unseren Raum die Wallücke-Eisenbahn, eine Erz- und Personenbahn mit einer 16 km langen Strecke bis Kirchlengern. Diese Bahn verkehrte in den Jahren von 1896 bis 1937. Mangels Rentabilität wurde der Betrieb eingestellt und 1937 durch die Einrichtung einer Kraftpost-Omnibus-Linie zwischen Löhne und Lübbecke ersetzt, doch lebt die Wallücke-Bahn in vielen Straßen- und Wegbezeichnungen weiter!


Innenraum Schnathorster Kirche


Theologisch waren in unserer Gemeinde im 19. Jahrhundert zwei Strömungen vertreten: Die rationalistisch-aufgeklärte Theologie, verkörpert durch den Hüllhorster Pfarrer Gieseler (1832 - 1884), der auch schriftstellerisch tätig war. Vertreter des Pietismus und der Erweckungsbewegung war der Schnathorster Pfarrer Volkening (1822 - 1827), der später in Gütersloh und Jöllenbeck fortwirkte. In Hüllhorst fand die Erweckungsbewegung durch den Pfarrhofsknecht Knolle Eingang, der Gottesdienste in Jöllenbeck besuchte. Die Erweckungsbewegung wiederum bewirkte nicht nur die Entstehung vieler noch heute bestehender Chöre (vor allem Posaunenchöre), sondern hat sich auch in den Trachten unserer Gegend niedergeschlagen, die in ihrem Schwarz auffällig und leicht erkennbar sind und sich stark von den prächtig kolorierten Trachten zum Beispiel des Bückeburger Raumes unterscheiden.

 


Heute sind die früheren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse auf der Basis von Grund- und Leibeigenschaft kaum noch vorstellbar. Erst nach und nach bildete sich das Handwerk als selbstständige Erwerbsquelle heraus. Mit dem Flachsanbau erbrachte das Spinnen und Weben einen Nebenverdienst für die Einwohner, bis das Aufkommen der mechanischen Webstühle und der maschinellen Spinnerei dieses Handwerk unrentabel machte. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts sowie vor und nach dem Ersten Weltkrieg war der Tabak dann als Fabrik- und Heimarbeit eine wichtige (Neben-)Erwerbsquelle.

Seit dem 1. Januar 1973 ist Hüllhorst als Großgemeinde eine Gemeinde unter den 11 Städten und Gemeinden des Kreises Minden-Lübbecke. Zum gleichen Zeitpunkt verloren aufgrund der durchgeführten Gebietsreform die 9 Altgemeinden im Amt Hüllhorst ihre Selbstständigkeit. 

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Struktur der Gemeide erheblich gewandelt.  Auch hier sind die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde nicht mehr überwiegend in der Landwirtschaft tätig. Vielmehr hat Hüllhorst gerade in den letzten Jahren seinen Platz als Industrie- und Dienstleistungsstandort ausbauen können. Große und kleine Unternehmen, Arzt- und Zahnarztpraxen, Rechtsanwälte und Steuerberater, etc. bieten Arbeitsplätze und neue Möglichkeiten, stellen aber auch eine qualifizierte Versorgung in allen
Bereichen sicher und erlauben ein modernes Leben.


Zudem hat Hüllhorst auch in den Bereichen Freizeit und Kultur sehr viel zu bieten. Im Rahmen von Städtefreundschaften und zum Zwecke der Völkerverständigung pflegt die Gemeinde seit Jahren kulturellen Besucheraustausch mit der belgischen Gemeinde Ingelmunster und dem weißrussischen Mjadel. Neben der auch weit über unsere Gemeindegrenzen hinaus bekannten Kahle-Wart-Bühne in Oberbauerschaft mit ihren plattdeutschen Freilichtaufführungen, zeigen auch Ahlsen und Büttendorf plattdeutsche Laienspiele, die in jedem Jahr viele Besucher anziehen.

Ebenso macht eine sehr rege Vereinstätigkeit das Leben in Hüllhorst auf allen Ebenen so vielfältig, dass wir uns nicht hinter den Nachbarstädten verstecken müssen.
Hüllhorst kann auch ein reichhaltiges Angebot im Bildungsbereich bieten. Auf dem schulischen Sektor hat sich die Gesamtschule mit hoher Akzeptanz etabliert. So führt deren Oberstufe bis zum Abitur. Grundschulen sind in Oberbauerschaft, Büttendorf, Ahlsen, Tengern und Schnathorst vorhanden. Eine Jugendmusikschule sowie ein umfangreiches Volkshochschulangebot runden seit über zwei Jahrzehnten das Bildungsangebot ab.
Wer sich weiter und ausführlicher für die Geschichte Hüllhorst’s interessiert, dem bieten zahlreiche Veröffentlichungen der einzelnen Ortsteile viel Wissens- und Lesenswertes.